Studienfahrt Berlin ( Musikkurs )
WAS IST EIN DOMBO?

Ein ganzes Jahr hatten wir uns darauf gefreut und nun sollte es auch soweit sein. Am 1. September 2000 trafen sich 10 unternehmungslustige Gestalten, mehr oder weniger wach, auf dem Hanauer Hauptbahnhof, fest entschlossen, Berlin unsicher zu machen. Die Vorfreude war zu spüren. Berlin wir kommen! Unsere Hauptstadt war allerdings weniger von uns beeindruckt als wir von ihr...

So waren wir auch den Rest des Freitags und den Samstag damit beschäftigt, uns einen Überblick zu verschaffen. Wir stießen natürlich auf die Hauptattraktionen bei einer Busfahrt durch die Stadt. Mehr oder weniger erstaunte Blicke galten den einzelnen Gebäuden und Denkmalen. Bei einem war sich der Kurs allerdings einig: Die Siegessäule sieht im Fernsehen viel größer aus!

Den Spätnachmittag des Samstag nutzten einige des Kurses, um sich eine Orgelandacht in der Kaiser Wilhelm Gedächtnis Kirche anzuhören, der Rest beschäftigte sich mit einer weiteren Stadterkundung. Am Abend lief der Kurs ( wieder komplett ) den Brenzlauer Berg an. In der Kulturbrauerei „Leopold“ erwiesen wir unserem bayerischen Nachbarn die Ehre bei Blasmusik und Weißwürschten. Danach ging es zur Biercompany, wo wir dann in geselliger Runde versackten...

Ein besonderes Highlight des Tages war allerdings die Heimfahrt zur Herberge. Der Kurs fand sich in einem ziemlich überfüllten Nachtbus wieder und hörte ( wie auch einige interessierte Berliner ) von den Schandtaten eines anderen Lks, der sich in Göttingen die Lichter ausgeschossen hat... ;-) Der Sonntag begann für die meisten mit Ausschlafen. Dann musste ein Tagesprogramm festgelegt werden, was sich als sehr schwierig erwies, da niemand so recht wusste, was man denn jetzt machen könnte. In dieser Beziehung legte der Kurs oft eine nichtssagende, nichtsdenkende, nichtsentscheidenwollende Art an den Tag, sehr zum Leidwesen unseres Tutors...

Schließlich wurde man sich allerdings doch einig, dass ein Besuch des Musicals „Der Glöckner von Notre-Dame“ und eine russische Johannes Passion der Sofia Gubajdulina unseren Nachmittag füllen sollte. Beide Veranstaltungen wurden nicht von allen besucht, aber alle waren zufrieden mit dem Dargebotenen. Anschließend besuchte der Kurs zum zweiten Mal das Irish Pub am Kudamm und beendete den Tag feuchtfröhlich bei Livemusik und schöner Atmosphäre.

Der Montag begann ( viel zu früh ) mit der Fahrt zum „Checkpoint Charly“. Wir besichtigten DAS Museum über die Mauer und den Ost-West Konflikt. Alle waren fasziniert von den Fluchtmethoden und erschreckt von den damaligen Gegebenheiten. Im Anschluss stand eine Führung durch die Berliner Philharmonie an. Die praktische Bauweise und das Konzept der Architektur wurden in allen Einzelheiten geschildert. Der Kurs war nicht vollständig interessiert, aber so hatten wir eine gute Basis für den Konzertbesuch, der einige Tage später anstand. Schließlich entschied sich der Kurs noch die „Music Box“ aufzusuchen – ein Spielplatz mit Musik. Manche hatten ihre helle Freude daran, ein virtuelles Orchester zu dirigieren oder mit der Yellow Submarin zu fahren, andere konnten diesen Enthusiasmus nicht teilen, warum auch immer. Der Abend wurde mit einem kollektiven Besäufnis in unserer Unterkunft gefeiert. Dienstags trafen sich alle Kurse, die in Berlin waren, im historischen Potsdam. Alle zusammen machten wir eine Rundfahrt zu den schönsten und interessantesten Ecken Potsdams ( und davon gibt es jede Menge ).

Anschließend fuhren wir zu Sanssouci, dort wurden wir durch die königlichen Gemächer geführt und mußten uns zu jeder Vase und Tapete eine Geschichte anhören... autsch! Dann wurden wir auf die Stadt losgelassen – dort verbrachten fast alle den angebrochenen Nachmittag. Abends fand sich ein Teil des Kurses im Konzerthaus wieder und kam in den Genuss eines Regerkonzertes. Den Rest des Abends wurde wieder in verschiedensten Kneipen und Bars gesoffen – so viel Kultur macht eben durstig...

Der Mittwoch beinhaltete eine Ausstellung im Martin-Gropius-Bau – „7 Hügel“. Der Inhalt waren Bilder uns Zeichen des 21. Jahrhunderts. Eine futuristische Architektur beeindruckte gleich zu Anfang, aber auch die verschiedenen Bereiche ( Kern, Dschungel, Weltraum, Zivilisation, Glauben, Wissen und Träumen ) ließen nichts zu Wünschen übrig. Es wurde uns eine „Welt von morgen“ gezeigt, die Folgen der Entwicklung aufzeigte. Hier stellte sich auch die Frage: „Was ist eigentlich ein Dombo?“. Unser Führer schnappte den verunstalteten Namen unseres Tutors auf und fragte. Dieser Ausspruch wurde zum Running-Gag der Studienfahrt.

Der Donnerstag führte uns in die Vergangenheit. Im Pergamonmuseum besichtigten wir archäologische Schätze. Vor uns erstreckte die Prozessionsstraße von Milet, der Pergamonaltar und Unmengen an Statuen. Der nächste Programmpunkt war das Instrumentenmuseum. Dort konnten wir die Vielfalt an Instrumenten auf einem Haufen sehen. Leider war meistens das „Anfassen verboten“. Abends führte uns der Weg ins bzw. aufs Klo. So der Name einer Szenekneipe in Berlin, die sich unter anderem dadurch auszeichnet, dass man aus Nachttöpfen sein Bier trinkt... Allerdings hielt es den Kurs nicht lange dort und so endete der Abend für manche im Irish Pub ( schon wieder ) oder in einer Bar.

Jetzt sollten aber auch noch ein paar ganz elementare Dinge zur Sprache kommen:
Wir haben nicht nur jede Menge gesehen und erlebt, sondern auch eine tolle Zeit miteinander gehabt! Herr Dombrowski gilt unser Dank für eine schöne Zeit und einige Bier! Sogar die Planlosigkeit ist nicht zu kurz gekommen, so standen wir oftmals vor einer U-Bahn und die Frage kam auf, in welche Richtung wir eigentlich müssen... Auch eine Phrase, die uns die ganze Studienfahrt verfolgt hat, sollte hier zur Sprache kommen: Mana-mana ( Hallo Mona und Iris ).

Danke an den Kurs und an Herrn Dombrowski für eine tolle Zeit!

Julia G.