Unsere Studienfahrt in die Großstadt Berlin

Am Samstag den 2.09.2000 gings los. Wir fuhren morgens um 9.31 Uhr mit einem wunderbar ausgestatteten ICE in die Hauptstadt unseres Landes nach BERLIN. Angekommen am Bahnhof Zoo, wurden wir, wie nicht anders erwartet, natürlich mit Regen empfangen. Nun mussten wir erst mal vom Bahnhof in unsere Jugendherberge kommen, welche außerhalb lag. Von der Bahnhofshalle fuhren Tausende von Bussen ab.

Die Frage war nur : Welchen müssen wir denn nehmen ?

Herr Löw war bestens informiert und deshalb hat es auch gar nicht lange gedauert bis wir in unserem Bus Richtung Jugendherberge saßen.

Als erstes wurden natürlich die Zimmer verteilt, von welchen einige nicht gerade begeistert waren, aber na ja, für eine Woche hat’s sich einigermaßen leben lassen. Anschließend, nach einer kurzen Ruhephase, ging es mit der Linie 101 wieder zurück zum Bahnhof Zoo, da uns Herr Löw eine gewisse Orientierung in der Megastadt Berlin verschaffen wollte. Zu unserem Glück befand sich der Mc Donalds direkt gegenüber vom Bahnhof, was einige gleich am ersten Tag ausnutzten. Nachdem wir ein wenig in kleinen Gruppen durch die Stadt gelaufen sind (erste „Besichtigung“ der Geschäfte die wir freitags beim großen Ausleben unseres Kaufrausches bestürmen werden), machten wir uns auf den Weg, vorbei an der Siegessäule und am Brandenburger Tor hin zum Alexanderplatz. Da stand er der Fernsehturm. Kerstin, unsere „Immer- Kranke“ wusste schon bevor sie ihn gesehen hatte, dass sie diesen Turm nicht „besteigen“ werde. Alle anderen fuhren mit dem Aufzug hoch um die Aussicht auf Berlin zu genießen. Nach einer herrlichen Aussicht wieder unten angekommen, fuhren wir noch alle gemeinsam in Herrn Löws beliebte Kantstrasse um in einer Kneipe den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Als das erste Glas getrunken war beschlossen einige schon zu gehen, was sie auch taten. Andere blieben noch eine Weile, jedoch waren Herr Löw und Frau Oefner doch die letzten, die die Kneipe verließen (Ja ja die Lehrer !!!).

Der Weg zurück in die Jugendherberge wurde für einige ein Abenteuer, denn er wurde zu einem langen Nachtspaziergang durch die Strassen Berlins. „Wir müssen da lang!“. Nein wir müssen da lang oder vielleicht doch da lang ? Oh nein wir haben uns verlaufen!!!!!!“. Es wurde zwölf Uhr, es wurde ein Uhr, zwei Uhr u.s.w. Tja, was blieb uns anderes übrig, als den „Chief“ anzurufen. War ja klar, dass der uns auch nicht helfen konnte schließlich konnten wir ihm nicht einmal erklären, wo wir uns befinden. So ne Kacke. Wir beschlossen, als wir endlich mal jemand trafen, nach dem Weg zu fragen und was geschah ?......... Natürlich wir haben’s geschafft irgendwann um drei Uhr in der Jugendherberge anzukommen Jippi Jippi. Am nächsten morgen hieß es 8 Uhr aufstehen und 9 Uhr frühstücken. Diese Zeit war durchaus zu ertragen, obwohl manche es nicht schafften pünktlich zu sein, was unseren lieben Herrn Löw natürlich reizte. Angesagt an diesem Tag war der Gang über einen Künstlermarkt und eine Besichtigung im „hochinteressanten“ Pergamon - Museum. Ich weiß bis heute noch nicht, was ich mir da angeguckt habe, aber na ja ich bin ja nicht die einzige. Nachdem einige sich verabschiedeten um sich das Musical „Der Glöckner von Notre-Dame“ anzusehen beschloss der Rest der Gruppe ins Kanzleramt zu gehen, da dort „Tag der offenen Tür“ war. Der Abend stand uns zur freien Verfügung.

Einige beschlossen an diesem Abend in die Disco zu fahren, andere trafen sich mit Leuten aus dem Musik-, oder GM-LK, die sich auch in Berlin befanden. Die Discos hatten natürlich alle geschlossen, obwohl in unseren Reiseführen stand, dass sie geöffnet hätten. Wir sind also mal wieder sinnlos vor allem orientierungslos rumgelaufen, S-Bahn, U-Bahn oder Bus gefahren. Unser Ticket galt ja schließlich für alles und die ganze Woche das musste man ausnutzen. Montags durften wir bis 15 Uhr machen, was wir wollten. Eine kleine Gruppe fuhr, ohne zu wissen, was es für Auswirkungen haben werde in den Stadtteil Babelsberg, um die Filmstudios zu besuchen, wo Schauspieler der Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ Autogramme verteilten.

Es war ein schöner Vormittag in Babelsberg, da man Einblick in die Welt der Filme bekam. Wir konnten aufgrund unseres Autogramms, das wir unbedingt haben wollten, nicht zum verabredeten Zeitpunkt am Bahnhof Zoo sein. Herr Löw hatte sein Handy aus bzw. es war defekt, wie
er uns später erklärte, und deshalb konnten wir ihm nicht Bescheid sagen. Als wir ihn endlich über das Handy von Kerstin an der Strippe hatten, verabredeten wir uns zu einem späteren Zeitpunkt vor dem Mc Donalds. Er war nicht sehr begeistert von unserer Aktion, aber nicht nur wir haben Fehler gemacht während dieser Studienfahrt.

Ich fand nur ein bisschen blöd, dass er sagte, wenn so was noch mal vorkommen werde, dass er uns nach Hause schicke, denn so schlimm war es nun auch wieder nicht. Zu erwähnen ist noch, dass der Rest des Kurses das Check-Point Charlie Museum besuchte, während wir in Babelsberg waren. Dieses war, wie wir später selbst feststellten, da wir es einige Tage später besuchten, sehr interessant. Es wurden dort
z.B. Fluchtversuche beschrieben, wir sie die Menschen zur Zeiten der ehemaligen DDR starteten.

Abends gingen wir zum erstenmal in ein Theaterstück. Es hieß „Körper“ von Sascha Walz und spielte auf der Schaubühne. Es war ein Stück, in welchen sehr wenig gesprochen wurde und die Darsteller hauptsächlich mit ihrem Körper arbeiteten. Den meisten hat es gut gefallen, obwohl es ein seltsames, jedoch interessantes Stück war. Nach dem Theater fuhren fast alle zurück um ein bisschen zu feiern. Ein wenig zu trinken, ein wenig Musik und ein paar Chips und schon kam der Abend ins rollen. Obwohl es zum Schluss zu einer kleinen Diskussion kam
und obwohl Jochen H. sauer auf Britta T. war, weil sie ihn reingelegt hatte, war es ein durchaus lustiger Abend. Am nächsten Tag ging’s nach Potsdam. Dort machten wir mit einem Bus eine Stadtrundfahrt. Man könnte diese Fahrt auch Schlafrundfahrt bezeichnen, da die meisten ihre Augen nicht offen halten konnten und der Bus war ja soooo gemütlich. Wir sahen uns den Schlosspark des gewaltigen Schloss Sanssouci an, welches einst Friedrich der Große erbauen ließ. Anschließend fuhren wir mit dem Bus weiter um das neue Palais zu besichtigen. Dort musste man in Hausschuhe reinschlüpfen, was das lustigste an der ganzen Sache war. In Potsdam kostete der Döner nur ganze 4 DM. Da mussten wir natürlich zugreifen, obwohl ich sagen muss: Lieber 2 DM mehr und er schmeckt. Abends besuchten wir das Kabarett „ Die Distel“. Es hatte allen gut gefallen. Am nächsten Tag, die Sonne schien, machten wir einen literarischen Spaziergang zum Leben und Wirken Brechts. Die Führung dauerte ca. 1,5 Std. Anschließend teilte sich die Gruppe.

Einige gingen ins Checkpoint Charlie andere zum Haus der Demokratie oder in die Friedrichstrasse. Abends besuchten wir eine Kneipe mit dem Namen „KLO“. Man konnte dort auf Toiletten sitzen, die Tische fuhren auf und ab, der Kellner spritze uns mit einer Spritzpistole nass und getrunken wurde aus Kloschüsseln. Am Donnerstag war es endlich soweit und es ging zu unserer lang ersehnten Schifffahrt durch die Kanäle
Berlins. Als wir ins Schiff einstiegen wussten wir ja noch nicht, wie oberst langweilig diese 3,5 stündige Fahrt sein wird. Ich glaube fast keiner auch nicht Herr Löw hat nur einmal aus dem Fenster gesehen. Wir haben uns die ganze Zeit unterhalten, gegessen und getrunken. Abends besuchten wir erst gemeinsam den Bundestag und anschließend beschlossen einige in eine Disco zu fahren .10 DM Eintritt und 3 Freigetränke; das klingt gut. Die Musik war gemischt also von jedem ein bisschen. Wir wussten allerdings noch nicht so genau, wie wir zurückkommen sollten, da die letzte S- Bahn schon um 1 Uhr fuhr. Um diese Uhrzeit wollten aber noch nicht alle gehen. Wir blieben mit der Hoffung : „Es wird schon ein Bus fahren „. Es war tatsächlich so. Wir hatten mal Glück, denn es fuhr ein Bus zum Bahnhof Zoo.

Der Freitag und somit auch schon letzter Tag unserer Studienfahrt stand uns bis 16 Uhr zur freien Verfügung, um einkaufen zu gehen oder sich bestimmte Teile, Sehenswürdigkeiten oder Museen Berlins anzusehen. D i e meisten gingen durch die vielen Geschäfte und gaben ihr restliches Geld aus, wobei einer Schülerin (unserer lieben Katja) das Portemonnaie abhanden kam. Nachdem sie es gemerkt hatte machten wir, Britta, Katja , Kristin und ich, uns auf den Weg zur Polizei. Dort mussten wir natürlich erst mal ewig warten. Nach einer Stunde wurden dann Katjas Personalien aufgenommen und mehr konnte die Polizei natürlich nicht machen. Wie ein Wunder klang es in unseren Ohren, als wir einige Wochen später erfuhren, dass der Geldbeutel im Esprit-Store gefunden wurde. Außer dem Geld war noch alles drin. Jippi yeah.

Nun zurück zu unserem Freitag. Abends waren wir gemeinsam im Berliner Ensemble um uns das Theaterstück „ Richard, der Zweite“ anzusehen. Nur Wenigen hat es wirklich gefallen. Der Rest, man muss es zugeben, hat geschlafen ( nach einer sooo anstrengenden Woche ist dies nicht verwunderlich ). Am 9.9.2000 war es soweit, es ging wieder mit dem ICE Richtung Heimat. Als die Koffer endlich zu waren ging es von der Jugendherberge aus zum Bahnhof Zoo. Dort angekommen hatten wir noch eine Stunde Zeit, die wir im Mc Donalds überbrückten. Anschließend ging um 10.41 unser Zug zurück nach Hanau, wo wir schließlich gut erholt (von wegen !!!!) um ca. 14.29 ankamen.

Der Aufenthalt in Berlin war im Großen und Ganzen eine gelungene Studienfahrt, bei der wir viel gelacht und erlebt haben, wobei ich ja doch lieber nach Wien oder Rom gefahren wäre.

Bianca Bruder


Bilder