< Formel >

Ein ganz normaler Montag morgen. Jedenfalls für den Rest der Menschheit. 7.30 Uhr, der gesamte Physik-LK hat seine Stifte und Hefte gezückt und harrt der Dinge, die da auf ihn hereinbrechen. Pünktlich 5 Minuten vor dem Klingeln, die Tafel blitzt und blinkt, das Werk der armen Sau, die zu spät gekommen ist und von unserem Oberbefehlshaber dazu verdammt worden ist. Die ersten zwei Minuten verstreichen und wir hoffen, dass es heute nicht ganz so schlimm wird. 3 Minuten nach Beginn – die erste Frustration tritt ein – Georg hat den Kuchen vergessen. Eine halbe Minute später die erste Schikane – die Hausaufgabenkontrolle – 3 Kandidaten haben die Hausaufgaben wieder einmal nicht – Georg S., Andreas B. und Matthias S. – aber nur einer wird erwischt.

Hierbei gibt es drei Vertuschungstechniken – Georg blubbert pseudointelligentes Zeug vor sich hin, Matthias tut so, als ob er nicht da ist, und Andreas hat in 99% der Fälle abgekackt weil er in der ersten Reihe sitzt.

Die eigentliche Stunde beginnt mit dem Ausquetschen einer bemitleidenswerten Person, meist Olli, über den äußerst zweifelhaften Inhalt der letzten Stunde. Auf der Basis dieser Halbwahrheit, scheut sich Hr. Würth in keinster Weise, dem eh schon verwürthen Schüler durch abstrusen Blödsinn weiter zu verunsichern. Diese, meist durch wildes Raten der Schüler begleiteten, „Erziehungsmaßnahmen“ ziehen sich dabei meist bis kurz vor Ende der zweiten Stunde hin. Kurz vor der Pause versucht er uns durch eine meist komplizierte Rechenaufgabe von der bevorstehenden, und zumindest von der hinteren Reihe heiß ersehnten, Pause abzulenken.

Sofort nach Ertönen der Klingel stürmen „fast“ alle ans Fenster, um sich im Notfall sofort über den Luftweg zu befreien, jedoch muss hier erwähnt werden, dass dieser Fluchtweg leider nicht allen Schülern offen steht, da für 8,3% der Schüler der Fenstersims schlicht weg zu hoch ist.

Auf eben diese Minderheit zielt Hr. Würths zweite große Leidenschaft ab. Er formuliert halbfertige Anspielungen, die vom Rest des Kurses unter grölendem Beifall komplettiert werden. Unsere wirklichen Höhepunkte im Verlauf des Unterrichts, vorrausgesetzt man ist nicht masochistisch veranlagt und wird gerne fertiggemacht. Die zweite Stunde ist im wesentlichen wie die erste, jedoch ohne Wiederholung, dafür mit mehr Aufgaben und einem Würth der kurz vorm Amoklauf steht, weil er sich über unsere Unfähigkeiten die Taschenrechner zu bedienen aufregt. Die Krönung ist immer Michael, der genau im richtigen Moment 12 Lösungen zu ein und der selben Aufgabe präsentiert.

20 Minuten vor Ende der Stunde erreicht die Motivation insbesondere in der hinteren Reihe einen negativen Wert und erste Stimmen nach einem kollektiven Lynchmord von W,P und J werden laut.

Kurz vor fertig 9.05 Uhr – teilt Gott Würth die Hausaufgaben aus und wir sind für den Rest der Stunde bedient. Das Ende der Physikstunde wurde stets dem GESAMTEN Altbau in Form einer individuellen Interpretation von „I will survive“ kundgetan (Produzenten und Plattenbosse melden sich bitte bei Schlissm und Olli). Hier nun der Songtext für alle folgenden Jahrgänge, damit diese von uns liebgewonnene Tradition weitergeführt wird.

Ded de ded ded ded, de de de de de ded, de ded ded ded, de de de de de da, da da dadadadadada daaaaa !!!
…Hey,…Hey, …Hey !!!

Hier noch ein paar Tipps für alle angehenden Physik-Lkler bei Gunther Würth:

  • 1. Maxime: „Bei Gunther gibt’s drunter !“
  • solltet Ihr keinen Kuchen backen können oder nicht über eine fähige Mutter verfügen, gilt zweifelsohne die 1. Maxime
  • solltet Ihr die schlechte Angewohnheit haben, zu spät zu kommen, macht Euch darauf gefasst, dass Ihr jedes Mal die Tafel putzen dürft (natürlich mit allem was dazu gehört: Wischen, Abziehen, Polieren !)
  • sollte ein Mitglied des Kuja-Clans (also Fünftklässler, Ihr wisst schon ) gegen die Regeln des Schulhofs verstoßen, macht es sich besonders gut, die Strafe des Tafelputzens gegen das Abschreiben der Hausordnung einzutauschen (gell Sebastian)
Rückblickend bleibt zu sagen, dass Physik zwar eigentlich ! knüppelhart ! war, aber die Stunden mit Herrn Würth stets lustig waren (THX to M*sch*, Schosch, Olli, Tobbe, Katharina, Claudi, Jochen, Andi, Pascal und Schlissm) und wir alle satt geworden sind (sofern Georg seine noch ausstehenden Kuchen nicht vergaß).