GM-LK Wittpoth : Die Spezialität des Hauses

Um es gleich im Voraus zu sagen: Meiner Meinung nach kann man diesen Kurs nur weiter empfehlen. Jeder, der ein bißchen Interesse und Leistungsbereitschaft mitbringt, wird von diesem Kurs nicht nur viel angehäuftes Wissen mit nach Hause bringen, sondern auch gute Punktzahlen, was ja meist das Hauptziel ist.

In den zwei Jahren die ich den Unterricht von Herrn Wittpoth besuchen durfte, gab es natürlich, wie überall, Höhen und Tiefen. Jedoch schaffte es unser Tutor häufig, den Kurs aus den Tälern der Lustlosigkeit wieder zurück ans Licht des Wissens zu führen, z.B. indem er ein
festes Arbeitspensum angab, das wir dann oft bereits vor Stundenende absolviert hatten, so daß uns entweder eine verfrühte Heimkehr erwartete, oder aber wir einer weiteren Wittpothschen Geschichte lauschen durften. Dies waren immer die besten Momente, wenn er in seiner unnachahmlichen Erzählweise, zu der der gesamte Körper und vor allem das Gesicht benutzt wurden, einen Schwank aus seiner Jugend bzw. gelesene Geschichten vortrug, die meistens in allgemeinem Gelächter endeten. Auch wenn die Geschichte an sich gar nicht lustig war (was auch sehr selten vorkam) - spätestens wenn seine eigene, hochansteckende Lache ertönte, war es vorbei mit Ruhe und Ordnung im Klassensaal. Dazu muß man allerdings sagen, daß dies sowieso nicht gefragtesten Eigenschaften in diesem Kurs waren. Die Pünktlichkeit wurde z.B. innerhalb des Kurses nicht so sehr ernst genommen, allerdings konnten wir hier auch nicht auf ein gutes Vorbild seitens des Lehrers zurückgreifen (Herr Wittpoth- Der Letzte, der kommt und der Erste, der geht). Vielmehr waren komplexes Denken und Diskussionsfreude erwünscht, was zwar teilweise richtig anstrengend wurde, allerdings auch fast immer von Erfolg (guten Punktzahlen) gekrönt wurde. Auch verstand unser Tutor es, den Kurs nicht zu überlasten, so wurden nach schweren Arbeiten oft Diskussionsrunden gezeigt, oder über ein aktuelles Thema gesprochen. Allerdings kam es auch manchmal vor, daß Herr Wittpoth selbst keine Lust hatte und auf die oben genannten Mittel zurückgriff.

Besonderes Highlight waren immer die Lesungen, die meist in der letzten Stunde vor den Ferien abgehalten wurden. Hierbei wurde ein Buch, daß ihm gefallen hatte, dem Kurs vorgetragen, so daß wir an seiner Begeisterung teilhaben konnten. Ich muß sagen, daß die Bücher wirklich meist große Klasse waren und für einen allgemeinen Heiterkeitsausbruch sorgten.

Auch die Kurstreffen, von denen es leider viel zu wenig gab, waren immer von einer sehr lockeren Stimmung geprägt. So führte uns das erste Treffen mit dem Fahrrad zu ihm nach Hause, wozu wir querfeldein über alle möglichen Berge fahren mußten. Für einen der sportlichsten Lehrkörper kein Problem , jedoch kamen einige von uns ganz schön ins Schwitzen, ein Teil des Kurses zog es sogar vor, gleich mit dem Auto zu fahren. Als wir das Ziel dann erreicht hatten, gab es zum Ausgleich Spaghetti mit selbstgemachter Tomatensauce, in der sich soviel Knoblauch befand, daß man sich eigentlich zwei Tage nicht in die Öffentlichkeit wagen konnte.

Insgesamt läßt sich sagen, daß diese LKWahl das Beste war, was mir passieren konnte. Man könnte jetzt sagen, daß Herr Wittpoth den Unterricht witzig, lehrreich, informativ und aktuell gestaltet hat, was zwar auch richtig ist, jedoch fand ich das Besondere in seinem Unterricht das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler: Er behandelte Schüler als Personen und er mußte nie autoritär werden, um sich durchzusetzen, so wie es noch viele andere Lehrer nötig haben. Jeder konnte sein eigenen Weg bei ihm gehen und man wurde immer fair behandelt. Ich denke, daß Herr Wittpoth einer der fähigsten Lehrer an der Schule ist, nicht nur weil er den Lehrstoff vermitteln kann, sondern da er einem beibringt, Entscheidungen zu treffen.

Sven