Zwei Jahre Französisch-LK
oder
„le plaisir d’apprendre le français“!

Es war der mit 22 Schülern wohl größte Franze-LK aller Zeiten. Dass damit natürlich noch nicht das Engagement des einzelnen Schülers gewährleistet ist, musste auch unser allseits beliebter „patron du français“, Herr Schäfer, bald feststellen.

So kam es nicht selten vor, dass wir stundenlang über Texte diskutierten, ohne deren Inhalt genau zu kennen. Nichtsdestotrotz versuchte Herr Schäfer unserer Demotivation mittels gut organisierter Unterrichtskonzepte und brillanter Tafelbilder entgegenzuwirken. Dennoch erschien der Zeitraum der Besprechung Gustave Flauberts Mme Bovary manchen Schülern wie eine halbe Ewigkeit, da wir den Stoff bis ins letzte Detail ausquetschten, bevor wir uns endlich der Unterrichtseinheit „La relation franco-allemande“ widmeten.

Da der Roman „Mme Bovary“ in der Mitte des 19.Jahrhunderts entstanden ist, bereiteten uns Sitten und Gebräuche der damaligen Zeit so manche Interpretationsschwierigkeiten, d.h. keiner konnte z.B. die inmitten der filmischen Darbietung durch den Wald fliegenden Schmetterlinge richtig deuten. Doch Herr Schäfer begegnete all unseren Fragen, zu denen er meistens mit einem einleitenden „Ja nu“ Stellung nahm, offen und geduldig.

Nie unbeantwortet blieben auch unsere bohrenden Fragen nach den Rückgabeterminen unserer Klausuren, von denen unser LK-Chef sich oft über zwei Monate (=8 Wochen! ) nicht trennen konnte . Dafür konnte er allerdings stets mit einer mehr oder minder passenden Begründung für diese Korrekturzeitüberlänge aufwarten. So war z.B. Zeitmangel zu beklagen, weil seine Kinder des öfteren Geburtstag feierten (glückliche Kindheit bei so vielen Feiertagen der Geburt per anno). Es konnte jedoch auch vorkommen, dass bei Schäfers die Kirschenernte bereits im Frühjahr vorgenommen wurde oder das Arbeitszimmer unseres LK-Chefs leider komplett unter Wasser stand. Trugen derart phantasievolle und nicht unoriginelle Einlassungen unseres Tutors auch zur Belustigung bei, so führten sie allerdings bei den meisten Schülern zunehmend zu einer gewissen Verärgerung über diese allzu langen Korrekturzeiten und infolge zum Sinken der eigenen Arbeitsmoral.

Und natürlich hatten wir, als e n d l i c h der Tag der Testrückgabe nahte, den Inhalt der Klausur bereits verdrängt bzw. konnten uns fast nicht mehr erinnern, überhaupt je eine Klausur geschrieben zu haben.

Gerne erinnern sich dagegen bestimmt alle im Juni 2000 nach Straßburg Reisenden. Es waren erlebnisreiche Tage, für deren Organisation unser LK-Chef viel Zeit und Mühe investierte.

An dieser Stelle möchten wir Herrn Schäfer nochmals dafür und vor allem für seine Bemühungen, uns zwei Jahre lang die französische Sprache und Kultur näherzubringen, danken.

Wir wünschen alles Gute für Herrn Schäfers private und „schulmeisterliche“ Zukunft.

Yannik Kapfer

P.S. „C’était le meilleur „Französisch-LK“ des „Französisch-LKs“ possibles!“ (citation Candide frei nach Y. K.)