Deutsch Kursbericht - Saß
oder
Da steh ich nun...

„Oh Mann, ich war heut morgen schon wieder net in Deutsch. Eigentlich müsste ich da dringend mal wieder hin. Was hat sie denn gesagt?“
„Weiß ich net, ich war auch net da.“ Dieser des öfteren geführte Dialog spiegelt wohl die Stimmung, die gegen Ende des ersten Halbjahrs der dreizehnten Klasse im Deutschkurs von Frau Saß herrschte, am besten wieder.

Dabei hatte alles so schön begonnen:
Am Anfang der Zwölf traf eine engagierte, überaus kompetente, freundliche und dem ersten Anschein nach sehr umgängliche Deutschlehrerin auf eine engagierte, überaus kompetente, freundliche und dem ersten Anschein nach sehr umgängliche 12.Klasse. Der erste Stein; der sich uns in den Weg legte (Franz Kafka sein Name), wurde ohne größere Probleme aus dem Weg geräumt, und es schien als würden zwei intensive Deutschkurs-Jahre, die uns mit Sicherheit einiges abverlangen würden, aber doch in relativ lockerer und harmonischer Atmosphäre
ablaufen würden, vor uns liegen.

Beim nächsten Fels, der Gesprächsanalyse, angekommen, offenbarten sich die ersten Probleme. Es mag am etwas trockenen Thema gelegen haben, aber es war deutlich zu spüren, dass der anfängliche Elan nachließ. Goethes Faust habe ich noch fast komplett mitgenommen, danach wurde der Besuch des Deutschunterrichts in einer gewissen Regelmäßigkeit unregelmäßig. Dies lag einerseits an der unmenschlichen Uhrzeit, zu der der Deutschkurs stattfand, zum anderen aber daran, dass der Unterricht meiner Meinung nach eintönig, berechenbar und einseitig wurde. Frau Saß schafft es auf unnachahmliche, mit Sicherheit nicht beabsichtigte Weise, jedes aufkommende Unterrichtsgespräch, jedes hart erarbeitete Referat und jedes Anzeichen von Eigeninitiative durch teilweise stoisches Einbringen ihres unbestreitbar vorhandenen Fachwissens im Keim zu ersticken.

Menschlich ist sie meiner Ansicht nach eine überaus korrekte Person, wenn sie sich auch bei der Verbesserung des Schüler-Lehrer Verhältnisses im Unterricht schwer getan hat. Über die Methoden ihrer Notengebung kann man sicherlich streiten, jedoch konnte ich mich hier nie beschweren. Mag sein dass dieser Bericht über den Deutschunterricht von Frau Saß sehr subjektiv ausfällt und es mag auch sein, dass die Wahl mich diesen Kursbericht schreiben zu lassen sehr unglücklich war, dennoch möchte ich hier nicht unerwähnt lassen, dass es durchaus Schüler gab, die im Deutschunterricht geradezu aufgingen. Da war zum Beispiel der unermüdliche Einsatz unserer Eva, die sich im Laufe der Zeit zum Motor des Deutschunterrichts herauskristallisierte.

Der gesundheitliche Abschied von Frau Saß zur Winterpause 12/1-12/2 bedeutete für uns einen Lehrerwechsel kurz vor dem Abitur.
Frau Marchlewitz, eine junge Lehrerin (Referendarin?) stellte sich uns vor. Über ihren Unterricht gibt es wenig zu sagen, da wir nur wenige Stunden in in den Genuss kamen (der eine mehr, der andere weniger). Jedoch kam mit ihr ein neuer Wind in den Klassensaal. Es ging wesentlich entspannter, aber dennoch konzentriert zur Sache.

Abschließend möchte ich sagen, dass der Lehrerwechsel im Hinblick auf die Abiturklausur sehr unglücklich war.

P.S.: Ich bewundere alle die immer da waren

Daniel Kettler