Das Erkenntnisproblem

Philosophie - für die meisten klingt das wie etwas, bei dem man sich mit etwas beschäftigt, wobei keiner so recht weiß, wovon er redet. In den letzten drei Jahren durften wir aber feststellen, daß genau das Gegenteil der Fall ist: Die Philosophie ist eine sehr exakte und vor allem logische Wissenschaft.

Um die Aussagen und Inhalte der philosophischen Ansätze erst einmal verstehen zu können, beschäftigten wir uns daher in der Jahrgangsstufe 11 zuerst mit der Logik. Genauer gesagt der Aussagenlogik - Schlagworte wie "Begriffsinhalt" und "Begriffsumfang" dürften mittlerweile zum Standardrepertoire eines Philosophie-GKlers gehören... Dabei ergaben sich häufig lustige Situationen, bei denen wir irgendwelche logischen Konstrukte aufbauten, die dann plötzlich durch die Fragen eines Mitschülers zum Einsturz gebracht wurden und anschließend vollständige Verwirrung herrschte, die es erst einmal wieder logisch zusammenzukitten hieß. Trotz der gemeinschaftlichen und effektiven Atmosphäre verließen uns leider einige unserer "Mitphilosophen" zu Beginn von 12/1. Zugegeben - bis hierhin war es nicht einfach und ziemlich theoretisch gewesen. Die Vorsokratiker, die wir in diesem Jahr noch behandelten, erschienen einigen allerdings auch ein wenig antiquiert und unverständlich. Man muß aber auch sagen, daß unser Kursleiter Herr Frodl sich wirklich alle Mühe gegeben hat, uns auch noch die komplexesten Sachverhalte zu vermitteln, und wer ihm zuhörte, nahm wirklich eine ganze Menge mit.

Aber mit 12/1 begann erst die eigentliche Philosophie. Wir beschäftigten uns zunächst mit den wichtigen Philosophen der griechischen Philosophie, Sokrates, Platon, Aristoteles und deren Weltentwürfe und schwenkten dann über zu den mittelalterlichen Größen, wie Nikolaus von Kues (Dehnungs "E" !!!), Thomas von Aquin und beendeten unseren Exkurs in "die wunderbare Welt der Philosophie" schließlich mit Descartes, Leibnitz und Kant.

An dieser Stelle möchten wir aber auch einmal den Unterrichtsstil von Herrn Frodl hervorheben: Zu zahlreichen Themen brachte er Längsschnitte an, mit deren Hilfe man Ent-wicklungstendenzen der Philosophie erkennen konnte und die es einem ermöglichten, Sach-verhalte schnell zu erkennen. Auch legte er großen Wert darauf, daß wir uns über die Philosophie eigene Gedanken machten (so zum Beispiel in einer Hausarbeit anstatt einer Klausur) und uns so mit der jeweiligen Weltanschauung auseinandersetzen konnten. Nein - langweilig war es wirklich nie.

Alles in allem können wir nachfolgenden Schülergeneration nur raten: Wenn ihr Interesse habt am Nachdenken und der Frage nach dem Sein, der Wahrheit und der Erkenntnis nachgehen wollt, dann zögert nicht, Philosophie zu wählen. Aber auch denjenigen, die "nur" ihre sprachlichen Fähigkeiten aufpolieren wollen, sei dieser Kurs ans Herz gelegt.

Danken möchten wir an dieser Stelle noch zwei besonderen Männern:
Johannes Hirschberger und Ernst Cassirer !

Ihr habt uns wirklich weitergeholfen, wenn keiner von uns mehr Rat wußte...

Michael Wieczorek, Pascal Beike