Kursbericht Französisch-Gk Hunsicker

Dies ist ein Kursbericht, dessen Inhalte rein zufällig gewählt wurden, der deshalb nicht als verallgemeinernde Zusammenfassung des Unterrichtes gesehen werden darf, sondern als subjektive Beschreibung einer Doppelstunde, wie sie in ähnlicher Art und Weise des öfteren vorgekommen sein könnte.

Dienstag morgen, erste Stunde: drei von eigentlich noch sieben verbliebenen Kursteilnehmern sitzen wartend auf dem Flur, die Botschaft "Ich hab sein Auto schon aufm Parkplatz gesehen" macht die Runde, und einzelne Schüler beschuldigen sich gegenseitig des Erscheinens ("Warum kommt ihr´n immer alle?"). Im nächsten Augenblick schon werden wir von einem müden "Bonjour" Herrn Hunsickers begrüßt, wonach wir inzwischen auf fünf oder (höchstens) sechs Schüler angewachsen gemächlich in den Saal schlendern, um unsere Plätze in der vom Pult aus entferntesten Ecke einzunehmen. Die Abwesenheit des siebten Kursteilnehmers wird bereits nicht mehr vermerkt, es sei denn, er erscheint einmal versehentlich mit der überraschten Begründung "Hä? Ich dacht heut wär Donnerstag und wir hätten jetzt Deutsch!" (so geschehen irgendwann im trüben Herbst 2000)
(Apropos Abwesenheit: es ist statistisch nachgewiesen, dass sich bei sämtlichen Kursteilnehmern während der meist viertelstündigen Abwesenheit des Pädagogen während Klausuren eine enorme Leistungssteigerung verzeichnen lässt, wonach bei der Rückkehr desselben jeder plötzlich eine weitere Seite vollendet hat!)

Der Unterricht an sich, hie und da mit dem ein oder anderen Film ("Der is halt auf deutsch!") bereichert, sollte eigentlich mit der Besprechung der Hausaufgaben beginnen, doch fällt diese aufgrund der geringen Resonanz der Schüler auf die gestellten Fragen meist nur recht spärlich aus. Es ist nun nicht so, dass Herr Hunsicker gänzlich auf Hausaufgaben verzichtet - nein, doch beim Stellen der neuen Hausaufgaben ziert dann schon ein ahnungsvolles Lächeln sein Gesicht, was in etwa der Bitte gleichkommt, wenigstens einer möge sich vielleicht einmal die Fragen durchlesen.

Es kann durchaus vorkommen, dass Herr Hunsicker sich einmal zusammenreißt und die gestellten Fragen letztlich selbst beantwortet, wenn fünf Minuten des Schweigens abgewartet wurden. Es ist des Weiteren möglich, dass er uns mit den Worten "Ihr habt ja sowieso alle die deutsche Übersetzung dabei!" zur Benutzung derselben auffordert.

Angesichts dieser Methoden ist es nicht verwunderlich, wenn die Ziele einer Doppelstunde bereits zehn Minuten vor dem offiziellen Ende erreicht wurden, was jedoch nicht zu früherem Abschluss des Unterrichts führt, sondern uns mitunter in den Genuss französischer Kreuzworträtsel bringt, während sich der parallel arbeitende Leistungskurs bereits auf dem Nachhauseweg befindet.
Letztendlich bleibt zu sagen, dass der Kurs ein positives Fazit aus den vergangenen Jahren ziehen kann, der Unterricht verlief nie stressig oder überfordernd, es fehlte lediglich hin und wieder an regnerischen Nachmittagen die notwendige Motivation.

Stefan, Benjamin